Männerberatung & Männertherapie                                     in meiner Praxis in Himmelpforten bei Stade

Männer : Stärke  und  "Schwach sein können"

Hier geht es nicht darum wie wir Männer sein sollten, bzw. wie wir nicht sein sollten. Es gibt hier kein "falsch oder richtig". Es geht vielmehr um unsere oft einseitige Identifikation mit dem „stark sein“, welche wir in unserem Verhalten, Denken und Fühlen leben. Eine Einseitigkeit, die dazu führt, dass früher oder später unsere abgelehnte weiche und schwache Seite auf den Plan tritt. Das erleben wir dann oft schicksalshaft und leidvoll, schmerzhaft.


Wie alles Leben um uns herum, so ist auch unsere Psyche in Gegensätzen strukturiert. Es gibt keine wirkliche Stärke ohne das wir auch schwach sein können, keine Nähe ohne Distanz, keine Freude ohne Leid. Als schwierig erleben wir unsere weiche und schwache Seite deswegen, weil wir Männer zu diesem Teil in uns oft keinen Zugang haben, diesen Teil unbewusst ablehnen und nicht akzeptieren können und wollen. Und wie immer, wenn wir einen Teil von uns ausschließen, so ist er trotzdem da, wirkt in unserer Psyche und unserem körperlichen Erleben. Erst die Akzeptanz und Integration beider Gegenpole und das Schwingen zwischen Stärke und Schwäche, führt uns Männer zu wirklicher und befriedigend erlebter Entwicklung… ganz wie ein Fluss der nur fließen kann, wenn er sich von der Quelle (von oben) zum Meer (nach unten) bewegt, oder wie Strom, der nur fließen kann, wenn es einen +Pol und einen -Pol gibt.


Wir Männer sind durchaus nicht so beratungs- und therapieresistent, wie dies immer wieder berichtet wird. Denn, wenn wir erst einmal den Nutzen einer Männerberatung oder Männertherapie erkannt haben, dann hilft uns unsere Stärke wie bspw. unsere Handlungs- und Ergebnisorientierung und Selbstbehauptung. Wie ein Klient dieses einmal so schön formulierte: „Ich will jetzt wissen, was hier eigentlich mit mir los ist! Was soll ich machen?“ Auf meinen Einlass, dass es weniger um das "Machen" sondern vielleicht mehr um ein „Zulassen und achtsam mit sich selbst sein“ geht, antwortete er beherzt „Gut!...dann so!“


Es geht darum, dass wir Männer uns sowohl in unseren Stärken wie auch in unseren Schwächen kennenlernen und annehmen und uns mit Beidem auch zeigen. Erst wenn wir uns auch in unserer Schwäche zeigen können, kann wirklicher Kontakt, bspw. zu unserer Partnerin, zu Freunden entstehen. Wir fühlen uns "ganz" und werden von unserem Gegenüber als "Ganzes" wahrgenommen. Wir erfahren was wir uns (bewusst oder unbewusst) zutiefst wünschen: Annahme, Zugehörigkeit, Zuneigung und Mitgefühl.

 

Hierbei unterstützt eine Männerberatung oder Männertherapie. Der individuelle Charakter einer solchen Beratung berücksichtigt, dass jeder von uns in seiner Prägung und seinem Erleben einzigartig ist.

 

Dem besseren Verständnis zuliebe beschreibe ich im Folgenden die Extreme und ignoriere bewusst die vielen Stufen dazwischen, in denen Sie sich möglicherweise wiederfinden. 



Der Irrtum über das „Mann sein“ und seine Folgen

Unser Selbstwertgefühl als Mann wird überwiegend  von Leistung und Erfolg bestimmt. Als Mann soll ich stark sein und Leistung erbringen, „meinen Mann stehen“! Ein Mann zeigt keine Gefühle, usw….. Meist haben wir Männer dies von Kind auf so gelernt.

 

Immer wieder erlebe ich, wie viele von uns ihr „Mann sein“ letztlich nur als „keine Frau sein wollen!“ definieren können. Oft haben wir kein wirklich eigenes Männerbild, aus dem wir schöpfen können. Stattdessen suchen wir uns unsere Männerbilder irgendwo im Außen und gehen mit einer Identität durch unser Leben, die gar nicht unsere zutiefst eigene Identität ist.

 

In unserer Kindheit spiegelten und erlebten wir uns zuerst als Junge in den Augen unserer Mutter. Doch von ihr mussten wir uns irgendwann ablösen, um unsere eigene männliche Identität zu finden. Dabei fehlte vielen von uns  das Vorbild unseres Vaters. Der Vater, der uns aus dem Hafen der Mutter abholt und mit seinem Vorbild uns in die Welt hinaus führt.


Viele von uns empfinden es als unmännlich zu zeigen, wenn wir uns hilflos oder überfordert fühlen, wenn wir Ängste haben. Das gleicht einem Scheitern und bedeutet Gesichtsverlust. Unsere Strategie ist es stattdessen hart mit uns ins Gericht zu gehen. Wir müssen eben einfach noch stärker, noch härter sein, noch mehr Leistung erbringen. Wir merken dabei gar nicht, dass das, was wir dabei für unsere eigene Motivation und Stärke halten, meist die Ansprüche anderer an uns sind, und wir merken nicht, wie wir uns immer wieder aufs Neue überfordern. Burnout, Erschöpfung oder Konflikte in der Beziehung oder am Arbeitsplatz sind nur zwei von vielen möglichen Folgeerscheinungen.

 

Wie sollten wir das auch erkennen, wenn wir keinen wirklichen Zugang zu unseren Gefühlen und eigentlichen Bedürfnissen haben, nicht wirklich in Kontakt mit uns sind, insbesondere auch mit unserer weichen Seite!


Christoph Peltz Männerberatung und Männertherapie

Männerberatung  für  Männerprobleme

Doch solch eine Gefühlsabwehr und der Versuch, wieder Kontrolle über unser Leben zu gewinnen,

gelingen nicht auf Dauer:

 

Unserer Körper und unsere Psyche machen sich irgendwann bemerkbar. Psychosomatische Beschwerden wie bspw. Kopf- und Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Magen- und Darmprobleme, Herz- und Kreislaufprobleme, Atembeschwerden sind nur einige der typischen Beschwerden. Unsere Psyche reagiert mit Ängsten, starker Unruhe, Gereiztheit, Schlafstörungen, Depressivität und vielen weiteren Symptomen.


Im Beruf führt dies meist zu Stress und Konflikten, bis hin zum Burnout, der Erschöpfungsdepression. Oft fühlen wir uns zerrissen zwischen Beruf, Beziehung und Familie. Meist ignorieren wir das solange, bis es nicht mehr geht, oder wir fühlen uns hilflos und machtlos oder wir flüchten uns in Alkohol und Gewalt.


Beziehungsprobleme, die Beziehung mit unserem Partner gerät immer mehr zur „Zweiöde“. Unser Familienleben trocknet aus. Konflikte bleiben ungelöst: „Du verstehst mich nicht!!“ Als Partner leben wir uns auseinander. Das fehlende „Glück“ versuchen wir dann vielleicht in einer Fremdbeziehung zu finden. Beziehungskämpfe, Trennung und Scheidung folgen meist unausweichlich, häufig begleitet von heftigen gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Wenn wir Männer schon unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse nicht wahrnehmen oder fehlinterpretieren, wie können wir dann erst die unseres Partners wahrnehmen?

Wir sind angefressen, weil unsere Lösungsvorschläge beim Partner nicht ankommen, oder wir flüchten uns in noch mehr Arbeit, oder wir lenken uns mit vielerlei anderer Aktivität ab.


Wie können wir Männer uns in der Sexualität ganz geben, wenn wir uns selbst gar nicht haben? Wenn unsere Identität einseitig nur auf Stärke fixiert  und diese vielleicht noch nicht einmal aus uns selbst kommt? Wie können wir tiefen, wirklich befriedigenden Kontakt mit unserem Partner erleben, wenn wir keinen wirklichen Kontakt zu uns selbst, zu unseren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen haben? 


Oft scheitern wir auch als Vater und Vorbild für unsere Söhne und Töchter, die sich mit ihren Fragen, Sorgen und Ängsten von uns nicht angenommen  und abgeholt fühlen. Sie wünschen sich nicht nur starke Väter die ihnen den Weg in die Welt hinaus zeigen. Sie brauchen auch Väter die gefühlvoll zuhören, trösten können und dabei auch ihre eigenen Gefühle zeigen.


Christoph Peltz Männerberatung und Männertherapie 2
Christoph Peltz Männerberatung und Männertherapie 3

Ein „ganzer Mann“ sein:  Glück, Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit in unserem Tun und Leben erfahren

Trotz dieser Probleme und obwohl wir Männer schon gar nicht mehr können, versuchen wir trotzdem weiter auf Stärke und Leistung zu setzen.

Doch wenn wir Zugang zu unserern Gefühlen finden, unsere eigenen Bedürfnisse besser wahrnehmen und diese auch aussprechen, wenn wir wir uns mit unserer Hilflosigkeit und Überforderung zeigen, dann können wir auch herausfinden was wirklich für uns stimmig ist. Durch solche neugewonnene Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst und in der Akzeptanz unserer „Schwäche“, werden wir Schritt für Schritt authentischer und handeln aus unserem inneren Antrieb heraus, anstatt uns von allen möglichen Ansprüchen anderer hin- und herreißen zu lassen.


Es ist ein großer Irrtum, dieses als unmännlich abzutun, als weibisch oder wie wir es sonst auch immer bezeichnen mögen. Es wurde uns von unseren Vätern nur nicht vorgelebt. Wir verachten (unwissend) diesen so wichtigen zarten, einfühlsamen Teil in uns, und wir können folglich gar nicht einschätzen, wie sehr der Zugang zu unserer weichen Seite unseren Handlungsspielraum vergrößern kann, mit entsprechendem Erfolg in unserer Beziehung,  Familie und Arbeitsleben.


Wir können nur Glück, Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit in unserem Tun und Leben erfahren, wenn wir den „Ganzen Mann“ in uns erfahren und annehmen. Indem wir neben unserer starken Seite  einen wirklichen Zugang zu unseren Gefühlen, Schwächen, Wünschen und Bedürfnissen zulassen…. und wenn wir uns mit allem was wir sind bedingungslos annehmen und zeigen können.


Unsere Stärken als Mann                                                         “Es lebe der Unterschied!“

Natürlich soll die starke Seite des Mannes in meiner Arbeit nicht zu kurz kommen! Auch hier schauen wir in der Männerberatung oder Männertherapie ganz besonders hin. Hier liegen wichtige Kompetenzen, die wir Männer haben und die, fernab von allem Gendergedudel mit seiner Gleichmacherei, nun einmal unsere Stärken sind, und die uns von der Frau (mit wiederum ihren Stärken) unterscheiden.


Es lebe der Unterschied, denn dieser ist die Anziehungskraft und der Treibstoff zwischen den Geschlechtern, der zu wirklicher Weiterentwicklung führt. Ich erinnere hier an das Beispiel des Flusses und des +Pols und –Pols. Hier fließt die Energie! Hier gibt es Entwicklung „in jeder Beziehung“!

 

Die Stärken des Mannes sollen nicht weichgespült werden - keinesfalls!! Umso besser, wenn wir diese Stärke zutiefst als unsere eigene Stärke wahrnehmen, aus welcher wir gerade deswegen schöpfen können, weil wir auch unsere schwache und zarte Seite ganz annehmen können..

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